Fernsehen in Südtirol: Hat die "Schüssel" ausgedient?
- Patrick Graber
- vor 2 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
In Zeiten von Netflix, Disney+ und YouTube könnte man meinen, dass die klassische Satellitenschüssel langsam von den Hausdächern in Südtirol verschwindet. Doch weit gefehlt: Die neuesten Daten des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) zeigen ein spannendes Bild zwischen Tradition und digitalem Aufbruch.
Der Satellit bleibt der König
Laut den aktuellsten Detail-Erhebungen verfügen immer noch rund 69 % der Südtiroler Bevölkerung über einen Satellitenanschluss. Damit bleibt der Satellit der wichtigste Empfangsweg im Land, weit vor dem digitalen terrestrischen Fernsehen (DVB-T).
Die sprachliche Kluft
Interessanterweise ist die Technik in Südtirol auch eine Frage der Muttersprache. Während bei der deutschen und ladinischen Sprachgruppe über 80 % auf Satellit setzen (vor allem um Programme aus Deutschland und Österreich zu empfangen), liegt dieser Wert bei der italienischen Sprachgruppe bei nur etwa 42 %. Hier wird traditionell stärker das digitale Antennenfernsehen genutzt.
Trends 2024/2025: Der Smart-TV übernimmt
Die ganz frischen ASTAT-Zahlen vom Frühjahr 2025 zeigen jedoch, dass sich das Wie verändert:
Smart-TVs auf dem Vormarsch: 40 % der Südtiroler nutzen mittlerweile einen Smart-TV (2021 waren es erst 33 %).
Streaming & Pay-TV: Beeindruckende 40 % der Bevölkerung besitzen mittlerweile ein Pay-TV-Abo oder nutzen Streaming-Dienste – ein massiver Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.
Mobilität: Fast jeder Dritte (28 %) schaut mittlerweile auch über Smartphone oder Tablet fern.
Fazit für Bozen und das Land
Besonders in Städten wie Bozen oder Meran ist der Wandel spürbar. Hier verdrängen Glasfaseranschlüsse und IPTV den klassischen Satelliten schneller als in den ländlichen Gemeinden, wo die "Schüssel" aufgrund der Topografie oft alternativlos bleibt.
Eines ist sicher: Wir schauen zwar immer noch viel fern (im Schnitt 120 Minuten pro Tag), aber wir entscheiden immer öfter selbst, wann und auf welchem Gerät wir einschalten.
Der Glasfaserausbau ist in Städten besonders weit fortgeschritten, was den Wechsel vom Satelliten zum Streaming (IPTV) dort noch einfacher macht als in den Tälern.
Quelle: ASTAT (Landesinstitut für Statistik) – Mediennutzung in Südtirol 2021-2024
Fernsehen in Südtirol: Hat die "Schüssel" ausgedient?









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