Mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Südtirol setzt auf Eigenverantwortung bei der Integration
- Patrick Graber
- vor 2 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Ein neues Kapitel in der Südtiroler Integrationspolitik: Mit dem Projekt „Begleitetes Wohnen für Familien mit Migrationshintergrund“ geht das Land einen Weg, der weg von der reinen Fürsorge und hin zur aktiven Mitgestaltung führt.
Die Südtiroler Landesregierung hat heute (15. Mai 2026) die Weichen für ein wegweisendes Projekt gestellt. Es geht um 94 Familien, die bereits ein Bleiberecht in unserer Provinz haben. Doch anstatt sie lediglich unterzubringen, verknüpft das Land den Wohnraum mit einer klaren Erwartungshaltung: Integration ist keine Einbahnstraße, sondern erfordert Eigeninitiative.
Der Aufnahmevertrag: Ein Symbol für Verbindlichkeit
Das Herzstück der neuen Richtlinien ist der sogenannte Aufnahmevertrag. Wer Teil des Programms sein möchte, unterschreibt nicht nur einen Mietvertrag, sondern eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft. Die Familien erklären sich bereit, aktiv an Integrationsmaßnahmen teilzunehmen – sei es beim Spracherwerb, der Arbeitssuche oder der sozialen Integration in den Gemeinden.
Eckpunkte des Projekts auf einen Blick:
Zielgruppe: 94 Familien mit anerkanntem Bleiberecht.
Dauer: Die Begleitung ist auf maximal 24 Monate ausgelegt.
Kostenbeteiligung: Die Familien zahlen je nach wirtschaftlicher Lage zwischen 120 und 504 Euro monatlich für ihre Unterkunft.
Sozialpädagogische Begleitung: Die Bezirksgemeinschaften unterstützen die Familien intensiv in ihrem Alltag.
Dezentrale Unterbringung als Erfolgsfaktor
Landesrätin Rosmarie Pamer betont die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Ziel ist eine dezentrale Unterbringung über das ganze Land verteilt. Dies soll verhindern, dass soziale Brennpunkte entstehen, und gleichzeitig den Kontakt zur lokalen Bevölkerung fördern. Bis zum 1. Juni 2026 haben die Gemeinden Zeit, geeignete Wohnräume zu melden.
Dieses Projekt zeigt deutlich: Südtirol investiert in Menschen, fordert aber gleichzeitig deren Beitrag ein. Es ist ein Balanceakt zwischen Unterstützung und der Stärkung der Eigenverantwortung – ein Modell, das die soziale Integration nachhaltig sichern soll.
Mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Südtirol setzt auf Eigenverantwortung bei der Integration



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