Schluss mit Gratis-Öffis für alle? Team K fordert Guest-Pass-Bremse für Touristen

Schluss mit Gratis-Öffis für alle? Team K fordert Guest-Pass-Bremse für Touristen

Die Diskussion um den Overtourism in Südtirol erreicht die nächste Stufe: Das Team K fordert in einem aktuellen Beschlussantrag radikale Einschränkungen beim beliebten „Südtirol Guest Pass“. Urlauber sollen künftig nicht mehr unbegrenzt kostenlos durch das ganze Land pendeln dürfen.

Bozen, 9. Juni 2026 – Wer als Tourist in Südtirol eincheckt, bekommt ihn fast überall automatisch in die Hand gedrückt: den Südtirol Guest Pass. Damit stehen Bussen, Regionalzügen und einigen Seilbahnen im gesamten Landegebiet Tür und Tor offen – und das völlig kostenlos. Wenn es nach der Landtagsfraktion des Team K geht, könnte dieses Privileg jedoch bald der Vergangenheit angehören.

In einem frisch eingebrachten Beschlussantrag fordert die Partei rund um Paul Köllensperger ein drastisches Umdenken bei der Mobilität für Feriengäste und schlägt konkrete Maßnahmen gegen überlaufene Hotspots vor.

Die Kernforderungen: Was sich für Touristen ändern soll

Das Team K sieht im aktuellen System einen Brandbeschleuniger für den viel diskutierten „Overtourism“. Die vorgeschlagenen Maßnahmen greifen tief in das bisherige Konzept ein:

  • Sperre für landesweites Pendeln: Der Guest Pass soll räumlich stark beschränkt werden. Touristen dürften Bus und Bahn demnach nur noch in jener spezifischen Tourismuszone gratis nutzen, in der sich auch ihre Unterkunft befindet. Spontane, kostenlose Tagesausflüge von der einen Ecke des Landes in die komplett andere wären damit vorbei.
  • Online-Kontingente für Hotspots: Für extrem überlaufene Ausflugsziele wie die Drei Zinnen, die Seiser Alm, den Karersee oder die Seceda fordert die Partei ein verpflichtendes Online-Buchungssystem nach dem Vorbild des Pragser Wildsees. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – zudem sollen die Preise je nach Saison und Nachfrage stark variieren.

Vorfahrt für Einheimische

Während Touristen eingeschränkt werden sollen, will das Team K die einheimische Bevölkerung spürbar privilegieren. Wer einen regulären SüdtirolPass besitzt, soll von den geplanten Sperren und Kontingenten an den Hotspots komplett ausgenommen werden. Einheimische sollen weiterhin bevorzugten und vor allem kostenlosen oder stark vergünstigten Zugang zu ihren heimischen Bergen und Seen erhalten.

„Wir müssen auf den wachsenden Unmut in der Bevölkerung reagieren.“

(Paul Köllensperger, Team K)

Der Hintergrund: Wer zahlt für Südtirols Öffis?

Die Kritik des Team K am Guest Pass ist nicht neu, bekommt durch den aktuellen Antrag aber neuen Zündstoff. Die Argumentation der Oppositionspartei: Der öffentliche Nahverkehr in Südtirol wird zu rund 75 Prozent aus den Steuergeldern der einheimischen Bevölkerung finanziert.

Über die Beherbergungsbetriebe fließe im Verhältnis nur ein minimaler Cent-Betrag pro Gast und Tag in das System. Während einheimische Pendler und Familien also kräftig zur Kasse gebeten werden, nutzen Urlauber das gesamte Netz zum Nulltarif – und sorgen laut Team K genau dadurch für völlig überlastete Busse und Züge zu den Stoßzeiten.

Was sagst du dazu? Ist die Guest-Pass-Bremse der richtige Schritt gegen den Overtourism, oder schadet das dem Ruf Südtirols als nachhaltiges Urlaubsland? Diskutiere mit uns in den Kommentaren!

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