Als mein Leben im Chaos versank: Die Bilder meiner dunkelsten Zeit
Vor sechs Jahren befand ich mich an einem Ort, an dem ich nicht mehr weiterwusste. Ich hatte die Kontrolle über mein Leben komplett verloren, kämpfte mit schweren Depressionen, Lähmung und Angstzuständen. Heute zeige ich diese Aufnahmen – nicht um zu schockieren, sondern um zu zeigen: Es gibt einen Weg zurück ins Leben.
Wenn Depressionen und extremer psychischer Stress die Kontrolle übernehmen, passiert das meist leise. Gegenüber der Außenwelt versucht man irgendwie zu funktionieren, doch hinter verschlossenen Türen spiegelt die eigene Umgebung genau das wider, was im Inneren vorgeht: absolutes Chaos, Überforderung und der Verlust jeglicher Kontrolle.
Vor kurzem bin ich auf Fotos aus dieser Zeit gestoßen. Sie stammen aus dem Jahr 2020 – der Phase, die mein absoluter Tiefpunkt war.

Ein Leben außer Kontrolle
Damals war mein Alltag von tiefen Ängsten und dunklen Gedankenspiralen geprägt. Ich flüchtete mich ins Kiffen, ernährte mich extrem schlecht und versuchte irgendwie, den inneren Druck zu betäuben. Auf meinem Schreibtisch stapelten sich Aschenbecher, Medikamente und der Müll der vergangenen Tage. In der Küche türmten sich Essensreste und Unrat.
Ich war irgendwann so gelähmt, dass ich nicht einmal mehr in der Lage war, meinen eigenen Wohnraum sauber zu halten. Es ging schließlich so weit, dass ich monatelang mit Mäusen in der Wohnung lebte. Das Ausmaß der Verwahrlosung war mir zwar bewusst, aber die mentale Last war so erdrückend, dass mir jegliche Kraft fehlte, etwas dagegen zu tun.

Der psychische Stress war so enorm, dass mein Geist und mein Körper den Dienst versagten. Ich hatte innerlich aufgegeben – was schließlich in einem Suizidversuch gipfelte. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich keinen Ausweg mehr sah.
Warum ich diese Bilder heute teile
Über mentale Gesundheit wird oft sehr abstrakt gesprochen. Doch Depressionen sind nicht nur ein Gefühl von Traurigkeit – sie schwächen, sie lähmen und sie zerstören die Fähigkeit, den eigenen Alltag zu bewältigen.
Ich teile diese Aufnahmen heute aus einem einfachen Grund: Scham hilft niemandem.

Viele Menschen, die sich in einer ähnlichen Krise befinden, schämen sich für ihren Zustand, für ihre Wohnung, für ihr Unvermögen zu "funktionieren". Sie ziehen sich immer weiter zurück und holen sich keine Hilfe.
Dass ich heute hier sitze, diese Zeilen schreibe und mein Portal betreibe, beweist eines: Selbst wenn das Chaos absolut zu sein scheint und man keinen Ausweg mehr sieht – es ist nicht das Ende der Geschichte. Man kann da wieder herauskommen. Es braucht Zeit, professionelle Unterstützung und den Mut, sich Schritt für Schritt die Kontrolle zurückzuholen.
Du möchtest Kontakt zu mir aufnehmen? Unter info@suedtirolnow.it bin ich erreichbar.

🆘 Wichtiger Hinweis & Hilfe bei Krisen
Solltest du dich selbst in einer schwierigen Lage befinden, unter Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder jemanden kennen, der Hilfe braucht: Bitte wende dich an professionelle Hilfsangebote.
- Südtirol (Notruf): Psychologischer Dienst / Sanitätsbetrieb oder Notruf 112
- Telefonseelsorge Südtirol: Tel. 0471 052 052 (rund um die Uhr erreichbar)
- Jugendberatung Young+Direct: Tel. 0471 1963000
- Deutschland / Österreich: Telefonseelsorge unter 116 123 oder 112
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