Südtirol packt den Bürokratie-Frust an: 838 konkrete Erleichterungen im Anflug
Lange Wartezeiten, komplizierte Formulare und Behörden-Kauderwelsch sollen in Südtirol bald der Vergangenheit angehören. Das Land Südtirol Ernst gemacht mit dem Versprechen, die Verwaltung spürbar zu entrümpeln. Unter dem Leitmotiv „Bürgernahe Verwaltung“ wurden hunderte Ideen gesammelt – und die Umsetzung läuft bereits auf Hochtouren.
Am 29. Mai präsentierten Landeshauptmann Arno Kompatscher und Generaldirektor Alexander Steiner im Bozner Palais Widmann die Bilanz des „Jahresberichts 2026“. Die Zahlen zeigen: Beim Bürokratieabbau geht es nicht mehr nur um Absichtserklärungen, sondern um messbare Ergebnisse.
Eine Mammutaufgabe in Zahlen
Das Besondere an der Reform: Die Vorschläge kamen nicht nur von oben herab, sondern direkt von der Basis. Im Rahmen der Kampagne „Gemeinsam vereinfachen“ wurden sowohl die Bürger als auch das Landespersonal direkt eingebunden.
- 1.846 Vorschläge wurden insgesamt eingereicht (darunter 1.411 aus den Reihen der Landesbediensteten und Führungskräfte sowie 435 von Bürgern, Vereinen und Unternehmen).
- 838 Initiativen wurden positiv bewertet und fest für die Umsetzung eingeplant.
- 240 Maßnahmen sind bereits vollständig im Alltag angekommen.
- 363 weitere Projekte befinden sich aktuell in der Umsetzungsphase.
Das ambitionierte Ziel: Bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode sollen satte 90 Prozent aller positiv bewerteten Vorschläge Realität sein. Jedes Ressort steht dabei selbst in der Pflicht, die Vorgaben umzusetzen.
Was ändert sich konkret?
Die Maßnahmen betreffen fast alle Lebensbereiche – von der Wohnbauförderung bis hin zur Mobilität. Einige der wichtigsten Meilensteine, die bereits Erleichterung bringen oder kurz vor dem Start stehen, sind:
- Verständlichere Sprache: Die Texte auf dem Landeswebportal werden simpler und barrierefreier gestaltet.
- Wohnbauförderung digital: Gesuche können komplett online eingereicht werden.
- Euregio-Ticket: Unkomplizierte Einführung des neuen, grenzüberschreitenden Tickets.
- Gesundheitswesen: Allgemeinmediziner erhalten einen direkten Zugriff auf die Elektronische Gesundheitsakte (EGA), was Abstimmungen beschleunigt.
- Hilfe vor Ort: In den Gemeinden werden sogenannte DIGI POINTS eingerichtet, um Bürger beim Umgang mit digitalen Diensten zu unterstützen.
Das neue Herzstück: myCIVIS
Das absolute Vorzeigeprojekt der Digitalisierungsoffensive ist das neue Bürgerportal myCIVIS, das in diesem Jahr an den Start ging. Unterstützt durch künstliche Intelligenz fungiert es als zentrale Anlaufstelle für über 962 Dienste der öffentlichen Verwaltung. Das Portal ist rund um die Uhr (24/7) erreichbar und soll den Gang zum Amt in vielen Fällen komplett überflüssig machen.
Vertrauen statt Kontrollwahn
„Ein gewisses Maß an Bürokratie ist notwendig, um eine transparente und nachvollziehbare Arbeit zu garantieren“, stellte Generaldirektor Alexander Steiner klar. Es gehe jedoch darum, das System auf das absolut Notwendige gesundzuschrumpfen. Das Zauberwort hierbei heißt Vertrauen – und zwar sowohl nach innen gegenüber den Mitarbeitern als auch nach außen gegenüber den Bürgern.
Für Landeshauptmann Arno Kompatscher ist der jetzt definierte methodische Rahmen erst der Anfang: Der Bürokratieabbau bleibe eine Kernpriorität der Regierung. Die Botschaft aus dem Palais Widmann ist klar: Die Südtiroler Verwaltung will moderner, digitaler und vor allem nahbarer werden. Der Grundstein dafür ist gelegt.
Geschrieben von
Als nächstes lesen
Zeltlager an den Bozner Flussufern nehmen deutlich zu
In den vergangenen Wochen ist die Zahl illegaler Zeltlager an den Flussufern der Landeshauptstadt spürbar angestiegen. Berichten der Stadtverwaltung zufolge wurden allein entlang des Eisacks und der Talfer zuletzt rund 40 Zelte gezählt. Die Behörden stehen vor einer logistischen und humanitären Herausforderung. Behörden registrieren verstärkten Zulauf Die Situation in den Bozner Flussbetten verschärft sich mit den steigenden Sommertemperaturen zusehends. Wie aus Kreisen der Gemeinde nach denIch (SÜDTIROL NOW) gebe hier und jetzt ein Versprechen ab und setze ein Zeichen
Ich (SÜDTIROL NOW) gebe hier und jetzt ein Versprechen ab und setze ein Zeichen Hey Südtirol und außerhalb und an alle die mir und dem Portal SÜDTIROL NOW zuhören und diese enorme Macht verleihen, die in den letzten Wochen dadurch entstanden ist. SÜDTIROL NOW, das neue Medium hat in den letzten Wochen, besonders in den letzten Tagen, bewiesen, dass sich das Portal auf keinen Fall von den größeren regionalen Portalen verstecken muss, ungefähr 100.000 Facebook-Aufrufe der letzten Beiträge sprech
Nichts als die Wahrheit: Ich breche heute und jetzt mein Schweigen.
17 Jahre lang Psychoterror, körperliche Attacken und die große Flucht von zu Hause. Dieser Text war der schwerste, den ich je geschrieben habe. Wenn er euch bewegt hat, teilt ihn gerne mit Menschen, denen er vielleicht Mut machen könnte. Ich wurde sehr streng erzogen. Mein Bruder hat mich täglich schikaniert, ich habe viel geweint. Am Ende bekam ich die Schuld von allen Seiten, hatte von niemandem Rückhalt und wurde am Ende bestraft. Die Bestrafung war beispielsweise, indem ich zum Schlafen i
Als mein Leben im Chaos versank: Die Bilder meiner dunkelsten Zeit
Vor sechs Jahren befand ich mich an einem Ort, an dem ich nicht mehr weiterwusste. Ich hatte die Kontrolle über mein Leben komplett verloren, kämpfte mit schweren Depressionen, Lähmung und Angstzuständen. Heute zeige ich diese Aufnahmen – nicht um zu schockieren, sondern um zu zeigen: Es gibt einen Weg zurück ins Leben. Wenn Depressionen und extremer psychischer Stress die Kontrolle übernehmen, passiert das meist leise. Gegenüber der Außenwelt versucht man irgendwie zu funktionieren, doch hinte