Bildungsjahr 2025/26: Eine positive Bilanz und der Blick auf die Schule von morgen

Bildungsjahr 2025/26: Eine positive Bilanz und der Blick auf die Schule von morgen
(LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN – Das Bildungsjahr 2025/26 neigt sich dem Ende zu. Zeit für einen Rückblick – aber vor allem für einen Ausblick. Am heutigen 9. Juni zogen die Bildungslandesräte Philipp Achammer und Daniel Alfreider gemeinsam mit Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner eine positive Bilanz über das ablaufende Schul- und Kindergartenjahr. Gleichzeitig wurden die Weichen für die kommenden Herausforderungen gestellt: Digitalisierung, Bürokratieabbau und neue Zukunftskompetenzen stehen ganz oben auf der Agenda.

Ein Mammutprojekt, das sich auch in den Zahlen widerspiegelt: Insgesamt 64.423 Kinder und Jugendliche besuchten in diesem Jahr eine deutschsprachige Bildungseinrichtung in Südtirol.

Das Bildungsjahr in Zahlen

Für Tausende Schülerinnen und Schüler wird es in den kommenden Wochen ernst. Besonders in den Oberstufen und Berufsschulen laufen die Vorbereitungen für die Abschlussprüfungen auf Hochtouren:

BildungsstufeAnzahl der Kinder / SchülerDavon bei Abschlussprüfungen
Kindergärten11.227
Grundschulen20.541
Mittelschulen12.5774.193 (Mittelschulprüfung)
Oberschulen12.2052.359 (Reifeprüfung)
Berufsbildung7.873369 (Reifeprüfung)
Gesamt Oberstufe20.0782.728 (Gesamt Reifeprüfung)

Das „Omnibusgesetz“: Weichenstellung für die Zukunft

Große Hoffnungen setzt die Bildungspolitik in das neue „Omnibusgesetz“ (den Bildungsomnibus), das derzeit noch auf die Genehmigung durch den Landtag wartet. Bildungslandesrat Philipp Achammer fand dazu klare Worte:

„Die Herausforderungen im Bildungsbereich lassen sich nicht mit einem Gesetz allein lösen. Grundvoraussetzung bleibt eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Mit dem Omnibusgesetz wollen wir jedoch die rechtlichen Weichen für eine zukunftsfähige Schule stellen.“

Über 1.300 Rückmeldungen: Der Bildungsdialog lebt

Ein zentraler Meilenstein des vergangenen Jahres war der breit angelegte Bildungsdialog. Die Schulgemeinschaft wurde aktiv eingebunden, um Schwachstellen und Potenziale aufzudecken. Mit Erfolg: Über 1.300 Rückmeldungen sind eingegangen. Die brennendsten Themen der Südtiroler Lehrpersonen, Eltern und Schüler sind:

  • Personal & Teamunterricht: Wie sichern wir die Qualität der Lehre?
  • Bürokratieabbau: Mehr Zeit für die Kinder, weniger Zeit für den Papierkram.
  • Sprachförderung & Inklusion: Passgenaue Angebote für eine vielfältige Schülerschaft.
  • Digitalisierung: Die Schule als moderner Lebensraum.

Die konkreten Ergebnisse und die daraus resultierenden Maßnahmen werden am 18. September 2026 beim großen Bildungsdialog der Deutschen Bildungsdirektion in der Messe Bozen offiziell vorgestellt. Interessierte können sich ab sofort online anmelden.

Digitalisierung verlangt „Menschlichkeit als Kompetenz“

Dass Digitalisierung weit mehr ist als nur das Aufstellen von Tablets und Laptops, betonte Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner. Die Technologie verändere die Lebens- und Lernwelt der Jugendlichen von Grund auf.

„In einer zunehmend digitalen Welt sind daher kritisches Denken, ethische Urteilskraft und Menschlichkeit wichtige Zukunftskompetenzen“, so Falkensteiner. Die Schule der Zukunft dürfe nicht nur Wissen vermitteln, sondern müsse jungen Menschen in einer unübersichtlichen Welt Orientierung bieten und eine „klare, starke und inklusive Haltung vorleben.“

Südtirols Schule steht vor einem digitalen und strukturellen Wandel – die Basis für das kommende Schuljahr scheint nach dieser Bilanz jedenfalls gelegt zu sein.

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