Ein faszinierender Blick in die tiefste Vergangenheit der Menschheit: Wie aus einem aktuellen Videobericht von peer tv hervorgeht, ist es Mumienforschern von Eurac Research gelungen, das Mikrobiom der weltberühmten Gletschermumie Ötzi tiefgreifend zu entschlüsseln. Mit Hilfe innovativer Proben und Methoden konnten die Wissenschaftler präzise unterscheiden, welche Mikroorganismen bereits zu Ötzis Lebzeiten seinen Körper besiedelten und welche erst nach seinem Tod – während der Jahrtausende im Eis oder nach seiner Entdeckung – hinzugekommen sind.
Detektivarbeit im Gletschereis
Für das Forschungsteam war die Entdeckung eine echte Überraschung. Wie der Wissenschaftler Frank Maixner im Bericht von peer tv erklärt, konnte durch den Vergleich mit damaligem Bodenmaterial aus der Fundregion genau aufgedröselt werden, wie sich das „Ökosystem Ötzi“ zusammensetzt. So ließen sich kälteliebende Mikroorganismen aus der Umwelt klar von jenen Bakterien trennen, die der Mann aus dem Eis tatsächlich im Körper trug.

Ein erschreckender Trend: Unsere schwindende Mikrobiom-Vielfalt
Die Rekonstruktion von Ötzis bakteriellem Erbe liefert vor allem im Vergleich zu modernen Menschen hochspannende und zugleich nachdenklich stimmende Erkenntnisse. Der Mikrobiologe und Erstautor Mohammed Sarhan weist darauf hin, dass die Daten auf einen deutlichen Verlust der mikrobiellen Vielfalt im Laufe der Evolution hindeuten.
„Unsere Vorfahren hatten ein viel resilienteres, viel vielfältigeres Mikrobiom als wir heutzutage in uns tragen“, fasst Maixner die ersten Tendenzen zusammen.
Die Gründe für diesen Wandel in den letzten 5.000 Jahren liegen für die Forscher auf der Hand: Der moderne Mensch ist massivem „Außendruck“ ausgesetzt. Vor allem der Einsatz von Antibiotika sowie der Konsum von stark verarbeiteten, prozessierten Lebensmitteln haben unsere innere Bakteriengemeinschaft nachhaltig verändert. Welche genauen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Vielfaltsverlust hat, muss die Forschung allerdings noch im Detail ergründen.
Neue Wege für den Denkmalschutz
Die Erkenntnisse aus der Studie sind jedoch nicht nur für die Medizin relevant, sondern verändern auch den Blick auf die Konservierung des Kulturguts. Aktuell wird Ötzi stabil bei -6 °C und hoher Luftfeuchtigkeit gelagert, um die Bedingungen im Gletscher perfekt zu simulieren.
Doch das Wissen um die 5.000 Jahre alten Mikroben stellt die Konservatoren vor neue Fragen: Müssen diese Bakterien unterdrückt werden, oder gehören sie als wertvoller Informationsgehalt nicht eigentlich selbst zum schützenswerten Kulturgut? In enger Zusammenarbeit mit dem Museum wird nun versucht, die beste Strategie zu entwickeln – um die Mumie mitsamt ihren mikrobiellen Geheimnissen für zukünftige Forschergenerationen zu erhalten.
Das „Ökosystem Ötzi“: Was uns 5.000 Jahre alte Mikroben über die Evolution unserer Gesundheit verraten
Ein faszinierender Blick in die tiefste Vergangenheit der Menschheit: Wie aus einem aktuellen Videobericht von peer tv hervorgeht, ist es Mumienforschern von Eurac Research gelungen, das Mikrobiom der weltberühmten Gletschermumie Ötzi tiefgreifend zu entschlüsseln. Mit Hilfe innovativer Proben und Methoden konnten die Wissenschaftler präzise unterscheiden, welche Mikroorganismen bereits zu Ötzis Lebzeiten seinen Körper besiedelten und welche erst nach seinem Tod – während der Jahrtausende im Eis oder nach seiner Entdeckung – hinzugekommen sind.
Detektivarbeit im Gletschereis
Für das Forschungsteam war die Entdeckung eine echte Überraschung. Wie der Wissenschaftler Frank Maixner im Bericht von peer tv erklärt, konnte durch den Vergleich mit damaligem Bodenmaterial aus der Fundregion genau aufgedröselt werden, wie sich das „Ökosystem Ötzi“ zusammensetzt. So ließen sich kälteliebende Mikroorganismen aus der Umwelt klar von jenen Bakterien trennen, die der Mann aus dem Eis tatsächlich im Körper trug.

Ein erschreckender Trend: Unsere schwindende Mikrobiom-Vielfalt
Die Rekonstruktion von Ötzis bakteriellem Erbe liefert vor allem im Vergleich zu modernen Menschen hochspannende und zugleich nachdenklich stimmende Erkenntnisse. Der Mikrobiologe und Erstautor Mohammed Sarhan weist darauf hin, dass die Daten auf einen deutlichen Verlust der mikrobiellen Vielfalt im Laufe der Evolution hindeuten.
„Unsere Vorfahren hatten ein viel resilienteres, viel vielfältigeres Mikrobiom als wir heutzutage in uns tragen“, fasst Maixner die ersten Tendenzen zusammen.
Die Gründe für diesen Wandel in den letzten 5.000 Jahren liegen für die Forscher auf der Hand: Der moderne Mensch ist massivem „Außendruck“ ausgesetzt. Vor allem der Einsatz von Antibiotika sowie der Konsum von stark verarbeiteten, prozessierten Lebensmitteln haben unsere innere Bakteriengemeinschaft nachhaltig verändert. Welche genauen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Vielfaltsverlust hat, muss die Forschung allerdings noch im Detail ergründen.
Neue Wege für den Denkmalschutz
Die Erkenntnisse aus der Studie sind jedoch nicht nur für die Medizin relevant, sondern verändern auch den Blick auf die Konservierung des Kulturguts. Aktuell wird Ötzi stabil bei -6 °C und hoher Luftfeuchtigkeit gelagert, um die Bedingungen im Gletscher perfekt zu simulieren.
Doch das Wissen um die 5.000 Jahre alten Mikroben stellt die Konservatoren vor neue Fragen: Müssen diese Bakterien unterdrückt werden, oder gehören sie als wertvoller Informationsgehalt nicht eigentlich selbst zum schützenswerten Kulturgut? In enger Zusammenarbeit mit dem Museum wird nun versucht, die beste Strategie zu entwickeln – um die Mumie mitsamt ihren mikrobiellen Geheimnissen für zukünftige Forschergenerationen zu erhalten.
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