Exklusives Frauenschwimmen in Salurn: Bürgermeister bezieht Stellung in Debatte
Eine Sonderöffnung des Salurner Freibads für Frauen – vor allem muslimischen Glaubens – sorgt derzeit für heftige Diskussionen in Südtirol. Nun reagiert die Gemeinde auf die Kritik aus der Politik.
SALURN – Eine Stunde Frauenschwimmen nach dem regulären Betriebsschluss im Freibad Salurn schlägt hohe Wellen. Während Kritiker darin ein falsches Signal und eine Hürde für die Integration sehen, verteidigt Salurns Bürgermeister Roland Lazzeri die Initiative entschieden.
Ausgangspunkt der Polemik ist ein Antrag des interkulturellen Vereins „Armonia Salorno“. Dieser hatte beim Betreiber des Freibads angefragt, das Bad einmalig außerhalb der regulären Öffnungszeiten für eine Stunde mieten zu dürfen, um muslimischen Frauen das Schwimmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu ermöglichen.
Lazzeri: „War nie als Integrationsprojekt gedacht“
Wie RAI Südtirol berichtet, hält Bürgermeister Lazzeri die Aufregung für deutlich überzogen. Ein lokaler Verein habe schlicht – wie viele andere Vereine auch – um eine Sondernutzung der Anlage außerhalb des normalen Badebetriebs angesucht.
Dass daraus nun eine Grundsatzdebatte über das Gelingen von Integration gemacht werde, greife zu kurz. „Das Angebot war nie als Integrationsprojekt gedacht gewesen“, stellte Lazzeri gegenüber der Tagesschau klar. Die eigentliche Integrationsarbeit leiste der Verein Armonia seit Jahren auf ganz anderen Ebenen – etwa durch Alltagskurse und gemeinsamen Austausch.
Gespaltene Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Die Initiative stößt in der Südtiroler Politiklandschaft auf sehr unterschiedliche Reaktionen:
- Kritik: Politiker der Freiheitlichen und von Fratelli d'Italia kritisieren die geschlechtergetrennte Schwimmstunde scharf. Sie werten solche Angebote als Schritt in Richtung Parallelgesellschaften.
- Zustimmung: Unterstützung erhält der Verein hingegen von SVP-Senatorin Julia Unterberger sowie dem Theologen Paolo Renner. Sie sehen in der Aktion eine Gestik des Respekts und eine Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe.
Lazzeri mahnt abschließend zur Besonnenheit: Echte Inklusion schaffe man nicht durch das Verbot einer einzelnen Vereinsstunde, sondern durch die tägliche Arbeit vor Ort und die Akzeptanz gemeinsamer Regeln.
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