Gesundheitsversorgung neu gedacht: Was sich in Südtirol jetzt für dich ändert!
- Patrick Graber
- vor 2 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Vielleicht hast du es schon in den Nachrichten gehört oder gelesen: In Südtirol tut sich gerade einiges im Gesundheitssystem. Das große Ziel lautet: Wohnortnahe Versorgung. Medizinische Hilfe soll weg von den großen Krankenhäusern und direkt zu den Menschen in die Gemeinden gebracht werden.
Seit dem 13. Mai 2026 ist eine brandneue, offizielle Webseite online, die alle wichtigen Informationen für Bürgerinnen und Bürger bündelt. Aber was genau bedeutet die Reform eigentlich für dich im Alltag? Das neue System ruht auf vier zentralen Säulen. Wir haben den Überblick für dich!
1. Die Gemeinschaftshäuser: Alles unter einem Dach
Vergiss lange Wege und das ewige Hin- und Herfahren zwischen verschiedenen Arztpraxen. Die landesweit zwölf geplanten Gemeinschaftshäuser sind im Grunde ein massives Upgrade der bisherigen Gesundheits- und Sozialsprengel.
Hier arbeitet ein multidisziplinäres Team Hand in Hand: Hausärzte, Kinderärzte, die Hauskrankenpflege, Sozialdienste und spezialisierte Fachärzte (wie für Kardiologie oder Diabetologie) ziehen an einem Strang. Vor allem chronisch kranke Menschen müssen für Routine-Untersuchungen nicht mehr ins Krankenhaus, sondern finden alle Angebote gebündelt vor Ort. Sieben dieser Häuser öffnen bereits in den kommenden Wochen ihre Tore.
Ein echtes Highlight für Notfälle ohne Lebensgefahr: In den Gemeinschaftshäusern entstehen sogenannte Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten (AKD). Das allererste öffnet bereits am 15. Mai 2026 am Loew-Cadonna-Platz 12 in Bozen. Es ist sieben Tage die Woche rund um die Uhr geöffnet und versorgt kleinere Beschwerden wie Schnittwunden, Insektenstiche, Grippesymptome oder Prellungen. Das entlastet die Notaufnahmen der Krankenhäuser enorm!
2. Gemeinschaftskrankenhäuser: Die Brücke nach Hause
Manchmal ist man nach einer Operation oder schweren Krankheit im Krankenhaus zwar "austherapiert" und stabil, aber für die Pflege zu Hause reicht es einfach noch nicht ganz. Genau hier kommen die drei neuen Gemeinschaftskrankenhäuser ins Spiel, die in Bozen, Meran und Neumarkt entstehen.
Sie bieten sogenannte Intermediärbetten. Dort erhältst du vor allem pflegerische Betreuung, unterstützt durch Allgemeinmediziner, bis der Übergang nach Hause sicher klappt. Die finalen Neubauten werden zwar erst 2027 bzw. 2028 fertiggestellt, aber das Land hat mitgedacht: Bereits im Mai 2026 starten zwei provisorische Übergangs-Gemeinschaftskrankenhäuser direkt in den Krankenhäusern Bozen (Moritzing) und Meran (Tappeiner), um sofort Hilfe zu bieten.
3. Wohnortnahe Einsatzzentralen (WONE): Die Manager im Hintergrund
Damit der Wechsel zwischen Krankenhaus, Pflegeheim oder der Betreuung in den eigenen vier Wänden reibungslos funktioniert, arbeiten im Hintergrund die fünf wohnortnahen Einsatzzentralen (kurz WONE). Sie sitzen in Bozen, Neumarkt, Meran, Brixen und Bruneck und sind bereits voll operativ.
Die WONE-Zentralen organisieren den Informations- und Datenfluss zwischen den verschiedenen Einrichtungen und sorgen dafür, dass kein Patient im System "verloren" geht. In Bozen (ebenfalls am Loew-Cadonna-Platz angesiedelt) arbeitet das Team an sieben Tagen die Woche und bereitet im Hintergrund schon die nächsten Schritte für moderne Telemedizin-Angebote vor.
4. Die neue Gesundheitshotline 116117: Schnelle Hilfe per Telefon
Du fühlst dich am Wochenende unwohl, es ist aber kein akuter, lebensbedrohlicher Notfall für die 112? Dafür gibt es bald die europaweit einheitliche Rufnummer 116117.
Die Hotline ist rund um die Uhr erreichbar. Speziell geschultes Personal nimmt am Telefon eine erste Einschätzung deiner Beschwerden vor und leitet dich unkompliziert an die richtige Stelle weiter – sei es zum Hausarzt, in ein Gemeinschaftshaus oder zum ärztlichen Bereitschaftsdienst. Wichtig zu wissen: Im Sommer 2026 startet die Nummer zunächst als Pilotprojekt im Gesundheitsbezirk Bozen, bevor sie danach Schritt für Schritt für ganz Südtirol freigeschaltet wird.
Fazit: Das System kommt zum Patienten
Die Reform bricht alte Strukturen auf. Statt dass du als Patient von Termin zu Termin hetzen musst, rotiert das medizinische Angebot in den Gemeinschaftshäusern künftig um dich herum. Wenn du dich selbst durch die neuen Angebote klicken möchtest oder wissen willst, welche Struktur in deiner Nähe liegt, schau einfach auf der neuen offiziellen Infoseite des Landes vorbei!
Die neue Webseite, auf der alle zentralen Informationen zur reformierten wohnortnahen Gesundheitsversorgung in Südtirol bereitgestellt werden, ist hier zu finden.
Die direkte Übersichtsseite zu den neuen Strukturen und Bausteinen (wie den Gemeinschaftshäusern, Gemeinschaftskrankenhäusern, den Einsatzzentralen WONE und der Rufnummer 116117) ist unter folgender Adresse erreichbar.