Sucht: Acht Jahre ohne Drogen: Mein Weg zurück in ein zufriedenes Leben. Wenn 25 Joints einen über den Tag begleiten
Ich habe zwei Jahre lang intensiv Drogen genommen und bin dankbar für jeden einzelnen Tag, an dem ich es nicht mehr mache. Wegen meiner emotionalen Instabilität
Achtung Triggerwarnung: Dieser Text enthält sensible Inhalte über Sucht.
Ich habe zwei Jahre lang intensiv Drogen genommen und bin dankbar für jeden einzelnen Tag, an dem ich es nicht mehr mache. Wegen meiner emotionalen Instabilität [oder: Borderline-Erkrankung] hat das damals zu meinem Leben gehört. Ohne Drogen kann man auch zufrieden leben – das habe ich gelernt. Dieses Gefühl der echten Zufriedenheit bekomme ich seit einigen Jahren jeden Tag geschenkt.
Alles fing vor ungefähr sieben Jahren an. Ich kannte ein paar Menschen, die gekifft haben und zu mir kamen, um gemeinsam zu konsumieren. Ich war zu dieser Zeit extrem instabil. Das Gefühl, das Drogen vermitteln – dass diese innere Leere plötzlich verschwindet und man sich kurz „normal“ fühlt – war unglaublich verführerisch.
So wurden aus ein paar Joints schnell mehrere. Da ich zu Beginn noch darauf angewiesen war, dass andere mir die Joints drehten, lernte ich es selbst. Aus ein paar Joints wurden 10, nach ein paar Wochen 20. Ich brauchte dieses Zeug von früh bis spät.
Ich habe das Leben auf meine damalige Art „genossen“: Eine Serie oder ein Film machte mit Joints gefühlt mehr Spaß, ich konnte alle Sorgen um mich herum einfach ausblenden.
Doch irgendwann wurde auch dieses Leben taub und ich suchte mir sexuelle Kontakte. Die hatte ich in dieser Phase zuhauf, der Drang war riesig – auch das ist ein typisches Symptom für diese innere Unruhe.
Vor vier Jahren hatte ich für zwei Wochen einen Rückfall. Damals kam alles zusammen: Mein Opa starbe, ich hatte ganz frisch eine Trennung hinter mir und auch der Kontakt mit meiner Mutter war ein starker Auslöser.
Ich habe mir schnell Hilfe gesucht und sie auch bekommen. Ich habe mich zu Hause durchgekämpft und nach einer harten Woche ging es mir wieder besser. Diese Woche war extrem schwierig, aber wichtig.
Ich bin dankbar für jeden Tag, an dem ich Cannabis nicht mehr anrühre. Über sechs lange Jahre – mit nur diesem einen kleinen Rückfall – habe ich nun geschafft. Ich bin heute sehr zufrieden und lebe ein unvergleichlich besseres Leben.
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