Geschichten

Südtirol: Die psychische Last von “Klein-Schulden”. Wenn Schulden von 1.200 Euro dich ein ganzes Leben lang begleiten, belasten und du terrorisiert wirst.

Südtirol: Die psychische Last von “Klein-Schulden”. Wenn Schulden von 1.200 Euro dich ein ganzes Leben lang begleiten, belasten und du terrorisiert wirst.

Die Geschichte einer Pustertaler Bank, die einem mit ungefähr 16 Jahren einen Kredit anbietet, über einen Konsumkredit-Anbieter und ein aggressives, italienisches Inkassobüro…(ein dubioses Eintreiber-Unternehmen).

Die Verhältnismäßigkeit: Wie kann ein Betrag, der für ein Unternehmen Portokasse ist, ein Menschenleben jahrelang lähmen?

Der psychische Terror: Es geht nicht nur ums Geld, sondern um die ständige Scham, die Angst vor dem Briefkasten und das Gefühl, kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft mehr zu sein.

Gestern klingelte mein Telefon. Eine fremde Nummer. Und plötzlich war sie wieder da: die Angst, die mich über ein Jahrzehnt und mehr verfolgt und das immer wieder aufs Neue.

Und plötzlich war sie wieder da: die Angst. Eine Angst, die mich seit über einem Jahrzehnt oder sogar zwei verfolgt, es tut mir Leid dass ich nicht konkrete Zahlen liefern kann, in diesem Moment geht es mir deswegen einfach nicht gut.

Wie kann ein Betrag von 1.200 Euro – für ein Unternehmen Portokasse – ein Menschenleben jahrelang lähmen? Hier ist meine Geschichte über Konsumkredite, Haustür-Druck und den ständigen psychischen Terror.

Mit ungefähr 16 Jahren, als ich noch jung und dumm war und mir nicht viel dabei gedacht habe (damals war ich noch in einem festen Arbeitsverhältnis), bot mir, nachdem ich die Bank wechseln wollte, bot mir der Filiallieter einer Bank in Südtirol einen Kredit an.

Da ich damals noch in einem Arbeitsverhältnis war und ein neues Handy kaufen wollte das mich fasziniert hat, war ich nur darauf fokussiert, ich habe mir ehrlich gesagt nicht viel dabei gedacht. Der Kredit ging über einen Konsumkredit-Anbieter, angeboten von einer Bank in Südtirol.

Nun ja, es vergingen ein paar Jahre und ich war arbeitslos. Ich habe durch persönliche Geschichten und Tragödien nicht mehr daran gedacht. Um das zu verdeutlichen, ich habe auf der Straße gelebt und war im Obdachlosenheim.

Nachdem ich eine neue Wohnung gefunden habe und nach über 15 Jahren wieder vieles normal wurde, bekam ich einige Briefe von einem, wie ich herausfand, aggressivem, italienischem Inkassobüro…(einem dubiosen Eintreiber-Unternehmen).

Das hat mich in eine Schockstarre versetzt, ich habe nicht mehr geschlafen und nicht mehr mein Leben leben gekonnt.

Da mir jemand aus meiner Familie gesagt hat, dass diese Schulden beglichen wurden, da anscheinend auch in meiner alten Heimat Briefe ankamen, habe ich mir gedacht, dass die Sache erledigt sei.

Ich weiß noch immer nicht ob mich eines meiner Familienmitglieder angelogen hat und die Schulden nicht bezahlt worden, was ein enormer Vertrauensbruch wäre oder ob das italienische dubiose Inkassobüro zweigleisig fährt,

Nach einiger Zeit, viele Monate danach, klingelte es an der Tür. Ich machte auf, es war ein Schock an der Haustür, ein Mitarbeiter des Inkassobüros, der mich dazu gebracht hat, neue Schuldscheine mit einer monatlichen Ratenzahlung zu unterschreiben.

Mit dem enormen innerlichen Druck, den ich gespürt habe und dem Gedanken, die Schulden zu begleichen und dann zu vergessen, habe ich unterschrieben. Der Mitarbeiter war höflich, entgegenkommend aber hat mich sehr unter Druck gesetzt, ich wusste einfach nicht mehr, wie ich ihn aus der Wohnung und aus meinen eigenen vier Wänden brachte.

Ich konnte die Geschichte wieder vergessen, habe aber, weil ich wieder arbeitslos war und unter enormen Belastung und psychischem Stress, den ich über mehrere Jahre hatte, nicht mehr darüber nachgedacht, doch es gab ein paar Momente und Situationen. Ich habe es aber wieder verdrängt, mein Kopf brauchte die ganze Aufmerksamkeit für die damals aktuellen Geschehnisse in meinem Leben, die mich pschisch fertig machten. 

Da ich mittlerweile wieder seit über 10 Jahre arbeitslos bin, eine Soziale Rente beziehe seit 4-5 Jahren beziehe, bin ich nicht zahlungsfähig.

Es kamen aber über die Jahre immer wieder Anrufe mit unbekannter Nummer, wenn ich das Telefonat annehme, ist dieses dubiose Inkassobüro dran.

 So auch wieder gestern und heute. Ich muss zugeben, ich habe aus Schutz aufgelegt, da ich schon einmal vor einem Jahr erklärte, dass ich keine Arbeit habe, nur eine kleine Rente beziehe und deshalb zahlungsunfähig bin und mir damals am Telefon angedroht wurde mir das Geld einfach von der Bank abzuziehen.

Gestern habe ich aus Selbstschutz aufgelegt. Weil ich gelernt habe, dass meine mentale Gesundheit wichtiger ist als die Drohungen am Telefon. Schulden sind das eine – aber die Würde lässt man sich nicht nehmen.

Danke fürs Lesen und fürs Zuverlässig-Dabeisein.

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