Ein Ruf von Mutter Elisabeth genügt, und das geschäftige Treiben im Haus nimmt für einen Moment eine geordnete Struktur an. Manuel, Maria, Michael, Katharina, Theresa und Anna versammeln sich um den großen, gemeinsamen Esstisch. Und das Faszinierende daran: Das ist erst die Hälfte der Truppe. Die Familie Planatscher aus dem Gadertal bricht mit einem modernen gesellschaftlichen Trend – sie lebt das pure Großfamilienglück mit elf Kindern.
Der Wunsch nach der „großen Truppe“
Eigentlich hatten sich Elisabeth und ihr Mann Lorenz vier Kinder gewünscht. Doch das Schicksal und das eigene Herz hatten andere Pläne. „Nach dem vierten Kind habe ich einfach gespürt, dass ich eine noch größere Familie gründen möchte“, erinnert sich Elisabeth mit einem Lächeln.
Heute ist die älteste Tochter der Familie Planatscher 28 Jahre alt, das jüngste Kind ist gerade einmal acht. Bei so vielen Altersstufen unter einem Dach ist Teamwork kein loser Begriff, sondern überlebenswichtig. Die Erziehung lief und läuft zu einem großen Teil Hand in Hand: Die älteren Geschwister haben die jüngeren teils gegenseitig mit großgezogen.
„Ich bin die Älteste und sozusagen die Managerin der Familie – die Mama Nummer zwei“, erzählt die älteste Tochter stolz. „Ich muss einfach ein bisschen schauen, dass alles unter Kontrolle bleibt.“
40 Knödel für ein Abendessen: Jeder packt mit an
Dass das System funktioniert, zeigt der Alltag. Bis auf eines der Kinder, das bereits ausgezogen ist, leben noch zehn Geschwister im gemeinsamen Familienhaus. Wenn morgens das Frühstück ansteht oder abends alle zusammenkommen, kann es verständlicherweise auch mal laut werden.
Das Geheimnis hinter dem harmonischen Chaos? Klare Regeln und die Pflicht für jeden, mitzuhelfen. Wenn in der Küche Knödel auf dem Speiseplan stehen, werden in der Großküche der Planatschers auch schon mal bis zu 40 Stück auf einmal gedreht. „Die Maria kocht zum Beispiel unheimlich gerne. Ich lasse sie oft einfach machen, wenn sie da ist – das passt dann schon“, erzählt Elisabeth. Egal ob beim Kochen, beim Wäschewaschen, beim Bügeln oder bei der harten Arbeit im Freien: Nach der Schule wird beim Holzhacken geholfen und im Sommer wird gemeinsam das Heu eingebracht.
Kreative Rückzugsorte statt Einzelzimmer
Einzelzimmer? Das gibt es im Hause Planatscher nicht. Die Geschwister teilen sich zu zweit oder zu dritt ein Zimmer. Wer da mal Zeit für sich braucht oder einfach mal die Ruhe sucht, muss kreativ werden. Eines der Kinder bringt es pragmatisch auf den Punkt:
„Wenn ich mal meine Ruhe brauche, gehe ich einfach aus dem Haus und mache einen Spaziergang. Danach geht es mir gleich wieder viel besser.“
„Weniger ist mehr“: Verzicht als Schlüssel zum Glück
Elisabeth und ihr Mann Lorenz sind über die Jahre zu einem unschlagbaren Team zusammengewachsen, auch wenn die Zeiten nicht immer einfach waren. Lorenz arbeitet als Straßenwärter. Besonders im Südtiroler Winter, wenn der Schnee kommt, bedeutet das für ihn Dauereinsatz auf den Straßen – und für Elisabeth, dass sie oft tagelang mit der großen Kinderschar auf sich allein gestellt war. „Da war ich viel allein, das war nicht leicht“, gibt sie offen zu.
Gefehlt habe es der Familie dennoch an nichts, auch wenn auf materiellen Luxus bewusst verzichtet wurde. Ein teures Auto oder große Sprünge waren schlicht nicht drin, zumal früher auch viel Geld in den Hof gesteckt werden musste. Für Elisabeth ist das jedoch kein Verlust, sondern eine Lebensphilosophie:
- Zufriedenheit durch Einfachheit: „Wir haben nichts Tolles gekauft, weil weniger eigentlich mehr ist. Die Kinder brauchen nicht viel. Man ist einfach zufriedener, wenn man nicht so viel besitzt.“
- Das Miteinander zählt: Was für die Familie Planatscher wirklich zählt, sind die immateriellen Werte – das gemeinsame Essen, das gemeinsame Beten und das gemeinsame Feiern von Festen.
Ein seltenes Glück in der heutigen Gesellschaft
Großfamilien wie die Planatschers sind in der heutigen Zeit eine absolute Seltenheit geworden. Für Mutter Elisabeth unverständlich, denn für sie gibt es nichts Schöneres, als Leben im Haus zu haben: „Eine Großfamilie ist einfach etwas Schönes. Ich weiß nicht... für die Gesellschaft wäre es vielleicht besser, wenn es wieder mehr Kinder gäbe.“
Wenn Manuel, Maria, Michael, Katharina, Theresa, Anna und all die anderen Geschwister das Haus mit Lachen und Leben erfüllen, weiß Elisabeth genau, dass sich jeder Verzicht gelohnt hat. Ihr Großfamilienglück im Gadertal ist der beste Beweis dafür, dass Reichtum nicht in materiellen Dingen bemessen wird – sondern in der Anzahl der Menschen, die man liebt.
Elf Kinder, klare Regeln und ganz viel Herz: So meistert eine Großfamilie aus dem Gadertal ihren Alltag (mit Video)
Ein Ruf von Mutter Elisabeth genügt, und das geschäftige Treiben im Haus nimmt für einen Moment eine geordnete Struktur an. Manuel, Maria, Michael, Katharina, Theresa und Anna versammeln sich um den großen, gemeinsamen Esstisch. Und das Faszinierende daran: Das ist erst die Hälfte der Truppe. Die Familie Planatscher aus dem Gadertal bricht mit einem modernen gesellschaftlichen Trend – sie lebt das pure Großfamilienglück mit elf Kindern.
Der Wunsch nach der „großen Truppe“
Eigentlich hatten sich Elisabeth und ihr Mann Lorenz vier Kinder gewünscht. Doch das Schicksal und das eigene Herz hatten andere Pläne. „Nach dem vierten Kind habe ich einfach gespürt, dass ich eine noch größere Familie gründen möchte“, erinnert sich Elisabeth mit einem Lächeln.
Heute ist die älteste Tochter der Familie Planatscher 28 Jahre alt, das jüngste Kind ist gerade einmal acht. Bei so vielen Altersstufen unter einem Dach ist Teamwork kein loser Begriff, sondern überlebenswichtig. Die Erziehung lief und läuft zu einem großen Teil Hand in Hand: Die älteren Geschwister haben die jüngeren teils gegenseitig mit großgezogen.
„Ich bin die Älteste und sozusagen die Managerin der Familie – die Mama Nummer zwei“, erzählt die älteste Tochter stolz. „Ich muss einfach ein bisschen schauen, dass alles unter Kontrolle bleibt.“
40 Knödel für ein Abendessen: Jeder packt mit an
Dass das System funktioniert, zeigt der Alltag. Bis auf eines der Kinder, das bereits ausgezogen ist, leben noch zehn Geschwister im gemeinsamen Familienhaus. Wenn morgens das Frühstück ansteht oder abends alle zusammenkommen, kann es verständlicherweise auch mal laut werden.
Das Geheimnis hinter dem harmonischen Chaos? Klare Regeln und die Pflicht für jeden, mitzuhelfen. Wenn in der Küche Knödel auf dem Speiseplan stehen, werden in der Großküche der Planatschers auch schon mal bis zu 40 Stück auf einmal gedreht. „Die Maria kocht zum Beispiel unheimlich gerne. Ich lasse sie oft einfach machen, wenn sie da ist – das passt dann schon“, erzählt Elisabeth. Egal ob beim Kochen, beim Wäschewaschen, beim Bügeln oder bei der harten Arbeit im Freien: Nach der Schule wird beim Holzhacken geholfen und im Sommer wird gemeinsam das Heu eingebracht.
Kreative Rückzugsorte statt Einzelzimmer
Einzelzimmer? Das gibt es im Hause Planatscher nicht. Die Geschwister teilen sich zu zweit oder zu dritt ein Zimmer. Wer da mal Zeit für sich braucht oder einfach mal die Ruhe sucht, muss kreativ werden. Eines der Kinder bringt es pragmatisch auf den Punkt:
„Wenn ich mal meine Ruhe brauche, gehe ich einfach aus dem Haus und mache einen Spaziergang. Danach geht es mir gleich wieder viel besser.“
„Weniger ist mehr“: Verzicht als Schlüssel zum Glück
Elisabeth und ihr Mann Lorenz sind über die Jahre zu einem unschlagbaren Team zusammengewachsen, auch wenn die Zeiten nicht immer einfach waren. Lorenz arbeitet als Straßenwärter. Besonders im Südtiroler Winter, wenn der Schnee kommt, bedeutet das für ihn Dauereinsatz auf den Straßen – und für Elisabeth, dass sie oft tagelang mit der großen Kinderschar auf sich allein gestellt war. „Da war ich viel allein, das war nicht leicht“, gibt sie offen zu.
Gefehlt habe es der Familie dennoch an nichts, auch wenn auf materiellen Luxus bewusst verzichtet wurde. Ein teures Auto oder große Sprünge waren schlicht nicht drin, zumal früher auch viel Geld in den Hof gesteckt werden musste. Für Elisabeth ist das jedoch kein Verlust, sondern eine Lebensphilosophie:
- Zufriedenheit durch Einfachheit: „Wir haben nichts Tolles gekauft, weil weniger eigentlich mehr ist. Die Kinder brauchen nicht viel. Man ist einfach zufriedener, wenn man nicht so viel besitzt.“
- Das Miteinander zählt: Was für die Familie Planatscher wirklich zählt, sind die immateriellen Werte – das gemeinsame Essen, das gemeinsame Beten und das gemeinsame Feiern von Festen.
Ein seltenes Glück in der heutigen Gesellschaft
Großfamilien wie die Planatschers sind in der heutigen Zeit eine absolute Seltenheit geworden. Für Mutter Elisabeth unverständlich, denn für sie gibt es nichts Schöneres, als Leben im Haus zu haben: „Eine Großfamilie ist einfach etwas Schönes. Ich weiß nicht... für die Gesellschaft wäre es vielleicht besser, wenn es wieder mehr Kinder gäbe.“
Wenn Manuel, Maria, Michael, Katharina, Theresa, Anna und all die anderen Geschwister das Haus mit Lachen und Leben erfüllen, weiß Elisabeth genau, dass sich jeder Verzicht gelohnt hat. Ihr Großfamilienglück im Gadertal ist der beste Beweis dafür, dass Reichtum nicht in materiellen Dingen bemessen wird – sondern in der Anzahl der Menschen, die man liebt.
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