Die Fachwelt schlägt Alarm: Der Pazifik heizt sich rasant auf. Forscher rechnen mit einer extremen Variante des Wetterphänomens El Niño. Während in Amerika und Asien verheerende Naturkatastrophen drohen, treffen uns die Auswirkungen in Europa über einen ganz anderen Weg: den Geldbeutel.

Globale Rekorde und extreme Energien

Es ist keine Frage mehr, ob er kommt, sondern nur noch, wie stark er wird. Die US-Wetterbehörde rechnet mit einer über 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit damit, dass sich bereits bis Juli ein neuer El Niño bildet. Weil die Weltmeere durch die fortschreitende Klimaerhitzung ohnehin so heiß sind wie nie zuvor, starten wir auf einem extrem hohen Energielevel. Die Folge: Ein „Super-El-Niño“ droht, das weltweite Wetter in diesem Jahr völlig auf den Kopf zu stellen.

Normalerweise wehen Passatwinde das warme Oberflächenwasser im Pazifik von Amerika weg nach Asien. Wenn diese Winde jedoch einschlafen, schwappt das warme Wasser zurück. Die Folge sind ungebremste Wassermassen und Sturzregen in Amerikasowie extreme Dürren, Ernteausfälle und verheerende Waldbrände in Asien und Australien.

Keine direkten Stürme, aber teure Quittungen für Europa

Für uns in Europa gibt es Entwarnung an der direkten Wetterfront: Direkte meteorologische Auswirkungen des Phänomens sind hierzulande so minimal, dass man sie vernachlässigen kann. Dennoch werden auch wir in Südtirol die Folgen des Super-El-Niño deutlich zu spüren bekommen – und zwar beim täglichen Einkauf.

„Wir leben in einer vernetzten Welt, wo wir eben nicht nur Hirsebrei essen, der bei uns auf dem Acker wächst“, betont ARD-Wetterexperte Thomas Ranft.

Ob der morgendliche Kaffee, die Schokolade, Kakao oder unzählige Produkte, in denen Palmöl verarbeitet ist – all diese Güter stammen aus den tropischen Regionen, die am härtesten von den El-Niño-Dürren und Ernteausfällen betroffen sind. Die Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt steigen in solchen Jahren regelmäßig an. Verbraucher in Südtirol müssen sich daher auf spürbare Preiserhöhungen bei Importwaren einstellen.

Innovative Lösungen: Plastik aus Kartoffelschalen?

Während das globale Klima immer extremer wird, läuft die Suche nach regionalen, klimaschonenden Alternativen auf Hochtouren, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern. Ein vielversprechender Ansatz kommt aktuell aus der Forschung in Baden-Württemberg: Wissenschaftler der Universitäten Hohenheim und Albstadt-Sigmaringen testen Verpackungen aus Kartoffelschalen.

Bei der Verarbeitung von Kartoffeln fallen rund 40 Prozent des Gewichts als Abfall an. Den Forschern ist es im Labor gelungen, aus dem darin enthaltenen Zucker eine biobasierte Chemikalie (HMF) zu extrahieren. Das Endprodukt ist ein Biokunststoff namens PEF.

  • CO₂-Ersparnis: Im Vergleich zu herkömmlichem PET-Plastik spart das Material 30 bis 50 Prozent CO₂ ein.
  • Besserer Schutz: PEF lässt weniger Sauerstoff und Wasserdampf durch als klassisches Plastik. Lebensmittel bleiben länger frisch, und die Verpackung kann dünner und leichter produziert werden.

Noch steht die Forschung am Anfang, und das Material ist in der Herstellung bis zu 100-mal teurer als normales Plastik. Das Ziel ist jedoch eine echte Kreislaufwirtschaft – damit die Kartoffel in Zukunft in ihrer eigenen Schale im Supermarktregal verkauft werden kann.

Quelle: SWR-Sendung KlimaZeit

„Super-El-Niño“ im Anmarsch: Was die globale Klima-Gefahr für Europa und Südtirol bedeutet

Die Fachwelt schlägt Alarm: Der Pazifik heizt sich rasant auf. Forscher rechnen mit einer extremen Variante des Wetterphänomens El Niño. Während in Amerika und Asien verheerende Naturkatastrophen drohen, treffen uns die Auswirkungen in Europa über einen ganz anderen Weg: den Geldbeutel.

Globale Rekorde und extreme Energien

Es ist keine Frage mehr, ob er kommt, sondern nur noch, wie stark er wird. Die US-Wetterbehörde rechnet mit einer über 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit damit, dass sich bereits bis Juli ein neuer El Niño bildet. Weil die Weltmeere durch die fortschreitende Klimaerhitzung ohnehin so heiß sind wie nie zuvor, starten wir auf einem extrem hohen Energielevel. Die Folge: Ein „Super-El-Niño“ droht, das weltweite Wetter in diesem Jahr völlig auf den Kopf zu stellen.

Normalerweise wehen Passatwinde das warme Oberflächenwasser im Pazifik von Amerika weg nach Asien. Wenn diese Winde jedoch einschlafen, schwappt das warme Wasser zurück. Die Folge sind ungebremste Wassermassen und Sturzregen in Amerikasowie extreme Dürren, Ernteausfälle und verheerende Waldbrände in Asien und Australien.

Keine direkten Stürme, aber teure Quittungen für Europa

Für uns in Europa gibt es Entwarnung an der direkten Wetterfront: Direkte meteorologische Auswirkungen des Phänomens sind hierzulande so minimal, dass man sie vernachlässigen kann. Dennoch werden auch wir in Südtirol die Folgen des Super-El-Niño deutlich zu spüren bekommen – und zwar beim täglichen Einkauf.

„Wir leben in einer vernetzten Welt, wo wir eben nicht nur Hirsebrei essen, der bei uns auf dem Acker wächst“, betont ARD-Wetterexperte Thomas Ranft.

Ob der morgendliche Kaffee, die Schokolade, Kakao oder unzählige Produkte, in denen Palmöl verarbeitet ist – all diese Güter stammen aus den tropischen Regionen, die am härtesten von den El-Niño-Dürren und Ernteausfällen betroffen sind. Die Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt steigen in solchen Jahren regelmäßig an. Verbraucher in Südtirol müssen sich daher auf spürbare Preiserhöhungen bei Importwaren einstellen.

Innovative Lösungen: Plastik aus Kartoffelschalen?

Während das globale Klima immer extremer wird, läuft die Suche nach regionalen, klimaschonenden Alternativen auf Hochtouren, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern. Ein vielversprechender Ansatz kommt aktuell aus der Forschung in Baden-Württemberg: Wissenschaftler der Universitäten Hohenheim und Albstadt-Sigmaringen testen Verpackungen aus Kartoffelschalen.

Bei der Verarbeitung von Kartoffeln fallen rund 40 Prozent des Gewichts als Abfall an. Den Forschern ist es im Labor gelungen, aus dem darin enthaltenen Zucker eine biobasierte Chemikalie (HMF) zu extrahieren. Das Endprodukt ist ein Biokunststoff namens PEF.

  • CO₂-Ersparnis: Im Vergleich zu herkömmlichem PET-Plastik spart das Material 30 bis 50 Prozent CO₂ ein.
  • Besserer Schutz: PEF lässt weniger Sauerstoff und Wasserdampf durch als klassisches Plastik. Lebensmittel bleiben länger frisch, und die Verpackung kann dünner und leichter produziert werden.

Noch steht die Forschung am Anfang, und das Material ist in der Herstellung bis zu 100-mal teurer als normales Plastik. Das Ziel ist jedoch eine echte Kreislaufwirtschaft – damit die Kartoffel in Zukunft in ihrer eigenen Schale im Supermarktregal verkauft werden kann.

Quelle: SWR-Sendung KlimaZeit

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